„Iss weniger, beweg dich mehr“: Viele Frauen mit Lipödem hören solche Sätze seit Jahren. Dabei gilt Lipödem nicht als Folge von „Lifestyle“ und auch nicht als normale Fettzunahme, sondern als chronische Erkrankung des Fettgewebes. Typisch sind unter anderem Druckschmerz, eine erhöhte Neigung zu Blutergüssen sowie auffällige Proportionen – häufig an Beinen und Armen. Viele Betroffene sind körperlich aktiv und haben wiederholt versucht, Beschwerden über Ernährung und Sport zu beeinflussen. Das Krankheitsbild lässt sich dadurch jedoch oft weder ausreichend erklären noch beheben.

„Gerade diese gesellschaftliche Fehleinordnung ist für Patientinnen doppelt belastend: körperlich durch Schmerzen und Einschränkungen – und emotional durch das Gefühl, selbst schuld zu sein“, sagt Dr. med. Denis Simunec, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Leiter der revitCells®-Praxisklinik. Er setzt sich für einen 360-Grad-Ansatz aus Diagnostik, Behandlung und Nachsorge ein: „Lipödem ist keine Frage von Disziplin. Wer die Erkrankung auf das Gewicht reduziert, übersieht wesentliche medizinische Aspekte – und erhöht unnötig den Druck auf die Betroffenen.“

Lipödem vs. Übergewicht: klare Abgrenzung statt vereinfachter Narrative

Übergewicht betrifft in der Regel den gesamten Körper und reagiert – zumindest teilweise – auf Kaloriendefizit und Bewegung. Beim Lipödem stehen dagegen häufig symmetrische Fettvermehrungen an den Extremitäten, Schmerzempfindlichkeit, Hämatomneigung sowie eine geringe Reaktion des betroffenen Gewebes auf reine Gewichtsreduktion im Vordergrund. Das bedeutet nicht, dass Ernährung und Bewegung „egal“ wären: Sie können dazu beitragen, Begleitfaktoren wie Stoffwechsel, Entzündungslast und die generelle Belastbarkeit zu stabilisieren. Entscheidend bleibt jedoch, dass Lipödem medizinisch differenziert bewertet werden muss – und nicht als reine Gewichts- oder Lebensstilfrage.

Medizinische Einordnung statt Schuldzuweisung

Bei revitCells® steht nach eigenen Angaben eine strukturierte medizinische Einordnung im Zentrum: Diagnose und Therapieplanung sollen nicht nur das sichtbare Beschwerdebild erfassen, sondern auch individuelle Einflussfaktoren berücksichtigen. Dazu zählen hormonelle und metabolische Besonderheiten sowie wiederkehrende Neurostress-Muster, die die Belastbarkeit und den Umgang mit Beschwerden beeinflussen können.

Kombinierter Ansatz: OP-Technik plus erweiterte Diagnostik

revitCells® setzt die Lipödem-Therapie als kombinierten Ansatz aus Liposuktion, Diagnostik und Begleitmaßnahmen um. Operativ arbeitet das Team in Soest mit einem Technikmix aus Ultraschall zur vorbereitenden Gewebe-Bearbeitung und moderner Wasserstrahltechnologie sowie – optional – einer direkt im Anschluss möglichen Argon-Plasma-Straffung der Haut. Während in vielen Versorgungskonzepten mehrere Liposuktionssitzungen angesetzt werden, sind in Soest in vielen Fällen zwei Eingriffe pro Extremität dokumentiert.

Als wichtigen diagnostischen Baustein nennt revitCells® zudem die Dünndarmanalyse, die vor einer operativen Behandlung durchgeführt wird. Sie soll ergänzende Hinweise auf mögliche Fehlbesiedlungen oder funktionelle Auffälligkeiten liefern, die je nach Fragestellung im Gesamtbild relevant sein können. Im Unterschied zu Standardabläufen, die häufig den Dickdarm in den Fokus stellen, richtet sich der Blick dabei gezielt auf den Dünndarm. Die Ergebnisse werden in die individuelle Therapieplanung eingeordnet. Dabei gilt: Labor- und Untersuchungsbefunde werden stets im klinischen Gesamtkontext interpretiert und ersetzen für sich allein betrachtet nicht die ärztliche Gesamtbewertung.

Nachsorge: langfristig begleiten statt „fertig nach der OP“

Die Betreuung endet bei revitCells® nicht automatisch mit dem Eingriff. In der Nachsorge können – je nach Bedarf – Maßnahmen zur Regeneration und Belastbarkeit eingesetzt werden. Genannt werden unter anderem IHHT-Anwendungen (Intervall-Hypoxie-Hyperoxie) sowie kältebasierte Verfahren wie Alpha Cooling®. Diese Anwendungen werden ärztlich indiziert, individuell eingeordnet und als unterstützende Begleitung im Rahmen des Gesamtkonzepts eingesetzt; je nach Zielsetzung sind sie auch präoperativ oder begleitend möglich.

Dr. med. Denis Simunec betont: „Lipödem ist eine chronische Erkrankung – und braucht entsprechend eine Behandlung, die nicht bei einzelnen Bausteinen stehen bleibt.“ Das 360-Grad-Konzept zielt darauf ab, Patientinnen über Diagnostik, Eingriff und Nachsorge hinweg strukturiert zu begleiten. Trotzdem lässt sich ein Wiederauftreten oder Fortschreiten der Krankheit nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand nicht seriös ausschließen.

Hinweis zur Praxisklinik: Behandlung für Privatpatientinnen/Privatpatienten und Selbstzahler.

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung. Behandlungskonzepte werden stets patientenindividuell festgelegt; konkrete Ergebnisse können nicht garantiert werden.