Bald ist es soweit. Ab dem 1. Januar 2026 wird die Liposuktion bei Lipödem in allen Stadien von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Für viele Betroffene ist das ein Schritt, auf den sie lange gewartet haben. Erstmals wird die operative Behandlung nicht mehr als Ausnahme, sondern als regulärer Bestandteil der Versorgung anerkannt.
Diese Entscheidung schafft Klarheit – und sie entlastet Patientinnen, die bislang häufig jahrelang Anträge stellen, Gutachten beibringen und Ablehnungen hinnehmen mussten. Gleichzeitig markiert sie einen wichtigen Perspektivwechsel im Umgang mit einer Erkrankung, die lange unterschätzt wurde.
Doch mit der Anerkennung eines Eingriffs allein ist die Behandlung von Lipödem nicht abgeschlossen.
Warum der Beschluss ein Anfang ist – aber kein Gesamtkonzept
Die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) beruht auf einer Neubewertung der wissenschaftlichen Datenlage zur Liposuktion bei Lipödem. In diesem Zusammenhang wurden unter anderem Ergebnisse der vom G-BA initiierten LIPLEG-Studie berücksichtigt, die den operativen Ansatz mit rein konservativen Maßnahmen verglichen hat.
Die Studienergebnisse zeigen: Bei ausgewählten Patientinnen kann die Liposuktion Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern. Gleichzeitig ist der GKV-Beschluss klar begrenzt, denn die Liposuktion wird als Einzelleistung anerkannt – ohne verbindliche Vorgaben für Nachsorge, Prävention oder eine weiterführende medizinische Begleitung. Aber genau dort beginnt die eigentliche Herausforderung einer umfassenden Lipödem-Therapie.
Der bei revitCells® verfolgte medizinische Ansatz geht bewusst über die Möglichkeiten der gesetzlichen Regelversorgung hinaus. Er ist zeitintensiv, individualisiert und nutzt erweiterte diagnostische und therapeutische Verfahren, die in dieser Form nicht Bestandteil der kassenärztlichen Versorgung sind. Daher richtet sich das Angebot von revitCells® ausschließlich an Privatpatientinnen, privat Versicherte sowie Selbstzahlerinnen. Letztere sind sogar in der Überzahl. Jedenfalls schafft diese klare Ausrichtung den notwendigen zeitlichen und medizinischen Spielraum, um Patientinnen über den operativen Eingriff hinaus strukturiert und langfristig zu begleiten.
Lipödem: eine systemische Erkrankung
In der medizinischen Praxis zeigt sich nämlich zunehmend, dass Lipödem nicht auf eine lokale Fettvermehrung reduziert werden kann. Vielmehr handelt es sich um ein komplexes, systemisches Krankheitsbild, bei dem mehrere Faktoren ineinandergreifen. Dazu zählen unter anderem:
- chronisch entzündliche Prozesse im Fettgewebe
- Neuroendokrine Belastungen
- Störungen der Mikrozirkulation
- Metabolische Veränderungen
- Anhaltender Neurostress
Ein operativer Eingriff kann krankhaft verändertes Fettgewebe entfernen. Er beeinflusst jedoch nicht automatisch die zugrunde liegenden Prozesse, die das Krankheitsgeschehen mitprägen. Ohne weiterführende Begleitung besteht daher das Risiko, dass Beschwerden fortbestehen oder sich erneut verstärken.
revitCells®: Liposuktion als Teil eines erweiterten Ansatzes
Bei revitCells® wird die Liposuktion – sofern medizinisch angezeigt – nicht als Abschluss, sondern als Teil eines umfassenderen Behandlungskonzepts verstanden. Ziel ist es, Patientinnen nicht nur kurzfristig zu entlasten, sondern langfristige Stabilität und Lebensqualität zu fördern. Dieses Konzept stützt sich auf vier zentrale Säulen.
Vier Säulen für mehr Nachhaltigkeit
Ursachenmedizin statt reiner Symptombehandlung
Im Mittelpunkt steht die differenzierte Analyse individueller Belastungsfaktoren, etwa hormoneller Dysbalancen, metabolischer Auffälligkeiten und anhaltender Neurostress-Muster. Ergänzend werden funktionelle Zusammenhänge des Verdauungssystems berücksichtigt.
In der revitCells® Praxisklinik kommt dabei unter anderem die Dünndarmanalyse zum Einsatz. Sie kann Hinweise auf bakterielle Fehlbesiedlungen und funktionelle Störungen des Dünndarms liefern. Letzterer spielt für Stoffwechsel, Immunregulation und Entzündungsprozesse eine zentrale Rolle. In der klassischen Versorgung richtet sich der diesbezügliche diagnostische Fokus hingegen ausschließlich auf den Dickdarm, der für diese Frage aber nur eingeschränkt aussagekräftig ist. Ziel der erweiterten Diagnostik ist es, mögliche systemische Einflussfaktoren auf das Krankheitsgeschehen besser zu verstehen und individuell zu berücksichtigen. Die gewonnenen Befunde werden stets im klinischen Gesamtkontext interpretiert und ersetzen, für sich allein bewertet, niemals die ärztliche Gesamtbewertung.
Prävention von Progression und Rezidiven
Ein wesentlicher Bestandteil der Begleitung ist die Prävention. Ziel ist es, erneuten Verschlechterungen möglichst entgegenzuwirken – auch Jahre nach einer Liposuktion. Gleichzeitig gilt: Ein Wiederauftreten eines Lipödems kann aus heutiger wissenschaftlicher Sicht nicht seriös ausgeschlossen werden. Präventive Strategien setzen daher auf langfristige Stabilisierung statt auf kurzfristige Effekte.
Interdisziplinäre Begleitung
Medizinische, lebensstilbezogene und regenerative Ansätze werden gezielt miteinander kombiniert. Die Behandlung folgt keinem starren Schema, sondern orientiert sich an der individuellen Situation der Patientin.
Strukturierte medizinische Nachsorge
Die Nachsorge geht über die reine Wundheilung hinaus. Im Fokus stehen Geweberegeneration, Mikrozirkulation und Entzündungsregulation – Faktoren, die für den langfristigen Verlauf entscheidend sein können.
Anerkennung ist wichtig – Nachhaltigkeit entscheidend
Also, mit der Aufnahme der Liposuktion in den GKV-Leistungskatalog hat das Gesundheitssystem einen wichtigen Schritt getan. Erstmals wird Lipödem offiziell als ernsthafte, behandlungsbedürftige Erkrankung anerkannt.
Bei revitCells® steht darüber hinaus immer die Frage im Mittelpunkt, wie Lebensqualität dauerhaft gesichert werden kann – nicht nur in den Monaten nach einem Eingriff. Das Ziel ist es, operative, medizinische und präventive Maßnahmen so zu verbinden, dass Patientinnen langfristig profitieren.
Quelle zur Studie:
Zur Veröffentlichung der Studie
Podda M, Kovacs M, Hellmich M, Roth R, Zarrouk M, Kraus D, Prinz-Langenohl R, Cornely OA. A randomised controlled multicentre investigator-blinded clinical trial comparing efficacy and safety of surgery versus complex physical decongestive therapy for lipedema (LIPLEG). Trials. 2021 Oct 30;22(1):758. doi: 10.1186/s13063-021-05727-2.

